Unfälle in Österreich im Jahr 2012
(48 verletzte FA)
Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.
- - Wohnungsbrand mit Menschenrettung - Hitzestrahlung - ein Verletzter
- - Großeinsatz nach Ammoniak-Austritt - 39 verletzte Kollegen
- Wohnungsbrand mit Menschenrettung - Hitzestrahlung - ein Verletzter
(gz) Landeck (Österreich). Exakt um 20:23 Uhr wurde in Landeck Feueralarm ausgelöst. Die Feuerwehr
Landeck fuhr mit 11 Fahrzeugen und 68 Mann zum Einsatz "Wohnungsbrand im 3. Stock". Bereits bei der Anfahrt zeigte sich, dass die Wohnung in Vollbrand stand und das Feuer bereits auf die darüberliegende Wohnung über den Balkon übergreift. Während die Drehleiter mit den anderen Fahrzeugen in Stellungs gebracht wurde, wurde eine zweite Drehleiter über die Leitstelle Tirol zur
Menschenrettung angefordert. Die ausgerüsteten Atemschutztrupps drangen über das Stiegenhaus auf der Ostseite des Gebäudes zur Menschrettung und zum Löscheinsatz ein und die Mannschaft der Drehleiter kümmerte sich auf der Westseite um die Eingeschlossenen im vierten und fünften Stockwerk bzw. den weiteren Löscheinsatz. Die alarmierte Drehleiter der FF Imst (mit TLF und Pumpe) übernahm nach dem Eintreffen zur Unterstützung mit 16 Mann die Menschenrettung der eingeschlossenen Personen auf der Ostseite. Einige Personen konnten nur mit Hilfe von Fluchtmasken gerettet und über das Stiegenhaus bzw. die Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Zum letzten Einschlossenen, der in der Wohnung über dem Brandherd wohnte, wurde über das Mobiltelefon seines Sohnes Kontakt gehalten. Die Feuerwehr gab über das Telefon erste Anweisungen bzw. versuchte ihn zu beruhigen. Aufgrund der großen Hitze und der starken Rauchentwicklung konnte er erst nach einiger Zeit mit Hilfe einer "Fluchtmaske" von einem Atemschutztrupp gerettet werden. Nach ca. einer halben Stunde konnte davon ausgegangen werden, dass alle Bewohner in den darüberliegenden Wohnungen in Sicherheit waren. Insgesamt waren 19 Atemschutztrupps (zu je drei Mann) im Einsatz. Das Haus wurde nach dem Brand aufgrund der Beschädigungen an der Elektrik und dem fehlenden - durch das Feuer zerstörte - Geländer im Stiegenhaus gesperrt.
Das Feuer entwickelte sich auch auf das Stiegenhaus und ein Feuerwehrmann erlitt aufgrund der großen Hitzeentwicklung trotz der Schutzausrüstung leichte Verbrennungen. Er wurde vom Roten Kreuz Landeck in das Krankenhaus Zams gebracht.
Vermutungen des Kommandanten:
Es wurden ältere Schutzjacken (PU mit Nomexgewebe) getragen. Ein Problem könnten die Nahtstellen an den Ärmeln gewesen sein. Die PU-Schicht wurde zerstört, das innere Nomexgewebe hätte jedoch standgehalten. Aber: Bei den Nahtstellen vom Torso zum Ärmel sind diese aufgegangen und haben die Hitzestrahlung durchgelassen. Noch schlimmere Verbrennung hat vermutlich der - unter der Jacke getragene - Einsatzoverall verhindert. Dieser hat der Hitze standgehalten. Mit dem Umstellungsprozess auf die neuen Schutzjacken hat die Feuerwehr Landeck im November 2011 begonnen.
Quelle: Feuerwehr Landeck
- Großeinsatz nach Ammoniak-Austritt - 39 verletzte Kollegen
(gz) Wien (Österreich): Großeinsatz nach Ammoniak-Austritt, insgesamt 62 Leichtverletzte. Wiener Feuerwehr und Polizei evakuierten Gelände – zahlreiche Leichtverletzte vor allem bei den Einsatzkräften. Aus derzeit ungeklärter Ursache ist gegen 18 Uhr ein Leck in einer Großkühlanlage am Franzosengraben aufgetreten, wodurch Ammoniak ausgetreten ist. Der Bereich um das Betriebsgelände wurde von der Wiener Feuerwehr und der Polizei großräumig abgesperrt, Personen aus dem Gefahrenbereich evakuiert. Die Wiener Rettung rückte mit dem gesamten Katastrophenzug aus. Die Feuerwehr erhöhte die Alarmstufe auf zwei. Die Zahl der kolportierten Leichtverletzten hat sich noch erhöht: Insgesamt 62 Personen wurden nach abschließenden Angaben der Wiener Rettung leicht verletzt, 50 mussten zur Überwachung die Nacht in Spitälern verbringen, 12 wurden vor Ort behandelt. Der Großteil der Verletzten gehörte zu den Einsatzkräften: 39 Feuerwehrleute und 5 Rettungssanitäter waren betroffen. Davon mussten 32 Feuerwehrmänner und 4 Sanitäter in Spitalsbehandlung. In Zusammenarbeit mit Technikern des Betriebes konnte das Leck gegen 21.00 Uhr abgedichtet werden. Außerhalb des Absperrbereiches bestand keine Gefährdung, jedoch eine Geruchsbelästigung. Im Zuge der Maßnahmen war es zu umfangreichen Straßensperren gekommen. Kurzzeitig musste der Betrieb der Linie U3 in den betroffenen Stationen Erdberg und Gasometer eingestellt werden. Der Feuerwehr-Einsatz endete um 2.37 Uhr.
Quelle und Bilder: Wien.gv.at und wax.at