Unfälle in Deutschland im Jahr 1995
(3 getötete und mindestens 16 verletzte FA)
Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.
- Januar 1995 - Kellerbrand mit Gasverpuffung - verletzte FA
- März 1995 - Brand einer Boutique mit Durchzündung - ein getöteter und ein verletzter FA
- 6. April 1995 - Kesselzugexplosion - zwei getötete und vier verletzte FA
- 28. April 1995 - Großbrand mit Durchzündung - vier verletzte FA
- 30. April 1995 - Großbrand - zwei verletzte FA
- August 1995 - Wohnungsbrand mit Durchzündung - zwei verletzte FA
- September 1995 - Wohnhausbrand - zwei verletzte FA
Januar 1995 - Kellerbrand mit Gasverpuffung - verletzte FA
Herne (NRW). Bei einer Gasverpuffung beim Bekämpfen eines Kellerbrandes sowie gleichzeitig durchgeführter Personenrettung in einem flashover haben die Kollegen - in Verbindung mit Nomex-Überjacken - nur leichte Verletzungen (2-5 Tage Dienstunfähigkeit) davongetragen.
Quelle: Webseite der Berliner Feuerwehr
März 1995 - Brand einer Boutique mit Durchzündung - ein getöteter und ein verletzter FA
Lüdinghausen (NRW). Brand einer Boutique. Der erste Angriffstrupp wird von einem flashover überrascht. Ein Feuerwehrmann (27 Jahre) stirbt, ein zweiter (23 Jahre) überlebt schwerstbrandverletzt.
Einsatzverlauf: Erster Angriffstrupp geht unter PA vor -> Objekt stark verqualmt -> flashover -> ein Toter, ein Verletzter
Quelle: Feuerwehr-Magazin, Nachrichtenteil
6. April 1995 - Kesselzugexplosion - zwei getötete und vier verletzte FA
Elsterwerda. Bei einer Kesselzugexplosion in Elsterwerda sterben zwei Einsatzkräfte der FF, vier weitere werden verletzt (Frakturen, schwere Verbrennungen...).
Quelle: 112 4/98, Unkenstein/Zinke, Seiten 198-205
28. April 1995 - Großbrand mit Durchzündung - vier verletzte FA
Marburg (Hessen). Brand eines Squash-Center. Zwei Trupps werden im 1. OG vom flashover überrascht: ein OLM und ein OFM werden schwerstbrandverletzt, ein BM und ein OFM erleiden leichte Verletzungen.
Einsatzverlauf: Großfeuer -> vier Trupps unter PA im 1. OG -> Teile der abgehängten Decke stürzen ein -> Rückzug versperrt -> alternativ über Steckleiter -> zwei der vier Trupps werden kurz vor dem Fenster vom flashover überrollt -> Rettung über DLK -> vier Verletzte (s.o.)
In Hessen wird schon seit 1980 über Schutzkleidungen diskutiert. 1991 wurden die Marbuger zum Teil mit Anzügen aus Schurwolle ausgestattet (ohne Zuschuss). Im August 1995 werden 12 Millionen Deutsche Mark für 16000 neue Garnituren bewilligt. Heute ist die Uniform abgeschafft und alle erhalten die "neuen" Anzüge aus einer Aramidfaser.
Quelle: Feuerwehr-Magazin 11/95, Seiten 32-37
30. April 1995 - Großbrand - zwei verletzte FA
Berlin. Während eines Brandes der St. Canisius-Kirche in Berlin-Charlottenburg erlitten zwei Kollegen Brandverletzungen. Der bei diesem Einsatz durchgeführte Trageversuch der beiden Kollegen verhinderte schlimmeres. Der Schlussbericht der Senatsverwaltung für Inneres zu einer parlamentarischen Kleinen Anfrage ergab, dass der Schutzanzug den Feuerwehrbeamten nachweislich das Leben gerettet hat!
Quelle: UB 5/95
August 1995 - Wohnungsbrand mit Durchzündung - zwei verletzte FA
Aachen (NRW). Bei einem Wohnungsbrand wurden zwei Feuerwehrleute schwer verletzt. Auf der Suche nach einem vermissten Kind öffneten die Feuerwehrleute die Kinderzimmertür. In diesem Augenblick zündete das Feuer durch und erfasste die beiden Kollegen. Trotz getragener Nomex-Kleidung (zweilagiger Materialaufbau) kamen beide Feuerwehrleute mit schwersten Brandverletzungen in das Aachener Klinikum. Das 2jährige Kind konnte anschließend nur noch leblos geborgen werden.
Quelle: Webseite der Berliner Feuerwehr
September 1995 - Wohnhausbrand - zwei verletzte FA
St. Wendel (Saarland). Im St. Wendeler Stadtteil Bliesen sind zwei Feuerwehrleute bei einem Wohnhausbrand schwer verletzt worden. Trotz Atemschutzmaske, Helm, Visier und Hitzeschutzhauben erlitten sie beim Innenangriff Verbrennungen im Gesicht und Schulterbereich.
Quelle: Webseite der Berliner Feuerwehr